Dachziegel

Die Herstellung von Dachziegeln lässt sich mehr als 15.000 Jahre zurückverfolgen.
Bereits damals wurden in Ägypten Ziegel geformt, die dann in der Sonne getrocknet wurden.

Seit mehr als 6.000 Jahren werden Ziegel gebrannt.

Und auch heute haben insbesondere die alten handgestrichenen für den Niederrhein so typischen Hohlpfannen nichts von ihrem Reiz eingebüßt und geben Gebäuden den letzten „echten“ Schliff.

Handstrich Hohlziegel


Handstrich Hohlziegel

Sorte: Hohlziegel

Herstellungsjahr: unbekannt

Herkunft: niederrheinische Hofanlage

Farbe: anthrazit-grau

Maße: 36x23cm

Ergiebigkeit: ca 24 St./m²


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Hohlziegel
Diese Ziegelart geht in ihrer Grundform auf die alten Römer zurück und kam ursprünglich wahrscheinlich aus den Niederlanden nach Deutschland.
Die Hohlpfanne ist für Dächer mit einer Mindestneigung ab 30 Grad geeignet und ist typisch für den norddeutschen und nord-westdeutschen Raum.
Die Hohlziegel wird auch Pfannenziegel, S-Pfanne oder Holländische Pfanne genannt. Bezeichnend sind ihre starke Wölbung in der Fläche zum Wasserablauf und ihre Krempe zum Überdecken, so dass die Dachziegel im Querschnitt einem liegenden "S" ähneln.
Ihre starke Verbreitung über tausende Jahre hinweg macht die Hohlziegel heute zu einer der wichtigsten Dachpfannen im Bereich der Sanierung von historischen Gebäuden. Wie keine andere Dachziegel passt sie sich den Gegebenheiten der Dachfläche an und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Aber auch Liebhaber moderner Bauten sind fasziniert vom markanten Licht- und Schattenspiel, welches durch die starke Wölbung der Ziegel hervorgerufen wird.

Bezüglich der Fertigungsmethoden von Hohlziegeln kann man grob sagen, dass diese bis etwa 1850 von Hand hergestellt wurden, von 1850 bis 1880 vorindustriell, d.h. teils von Hand und seit etwa 1880 die industrielle Fertigung vorherrschte.
Die älteste bekannte Hohlziegel stammt aus dem Jahr 1607 und ist heute im Besitz des Niederrheinischen Freilichtmuseums.
Für den gesamten unteren Niederrhein waren die „Panneschoppen“, wie die Ziegeleien hier genannt wurden, damals ein typischer Handwerkszweig, insbesondere die ehemaligen Kreise Cleve und Rees besaßen im 19. Und 20. Jh. eine erstaunlich hohe Anzahl an Ziegeleien.
Heute existieren davon leider nur noch einige wenige Unternehmen in Emmerich-Vrasselt und Schermbeck.
Die Handstrich-Hohlziegel, die von Hand aus vorgefertigten Tonblättern über Formhölzern geformt wurde, entstanden nach antikem Vorbild und wurden etwa bis 1850 gefertigt. Durch das Brechen von Hand an der rechten oberen und linken unteren Ecke der Pfanne, wurde erreicht, dass die Dachpfannen optimal aneinander passten und sich nicht gegenseitig anhoben. Dadurch kann auch auf eine zusätzliche Vermörtelung zumindest im Bereich der normalen Dachflächen, außer bei Firsten und Graten verzichtet werden, so dass die Langlebigkeit von Dacheindeckungen mit Hohlziegeln deutlich über denen von vermörtelten Dachziegeln liegt.
Ein Qualitätsmerkmal für die Herstellung von Hand ist oft, dass die Dachpfannen nicht einheitlich in Form und Größe und manchmal stark verformt sind, was durch den damaligen Brand in der Ziegelei noch verstärkt wurde. Aus diesem Grund wurden Hohlpfannen auch mit Strohdocken (am Niederrhein hießen diese Strohpoppen) unterlegt. Neben ihrer Funktion, Unebenheiten im Dachbereich auszugleichen und den Dachpfannen einen festen Sitz auf dem Dach zu verleihen, bietet sie auch einen zusätzlichen Schutz gegen Schnee- und Regeneindringung.

Wisseneswertes zu historischen Dachziegeln
Mit ihrer unvergleichlichen Patina sind sie äußerst begehrt und nicht nur das i-Tüpfelchen auf historischen oder restaurierten Gebäuden, sondern auch der Teil des Gebäudes, welcher am stärksten der Witterung und dem Verfall ausgesetzt ist.
Gebrannte Tonziegel zählen zu den langlebigsten Dacheindeckungen, die es überhaupt gibt, wie man an vielen historischen Gebäuden mit zum Teil mehreren hundert Jahre alten Dachpfannen sehen kann. Ein weiterer Vorteil von Tondachziegeln besteht darin, dass sie wasserundurchlässig aber atmungsaktiv sind und so für ein ausgeglichenes Klima im Dachraum sorgen.
Allerdings ist die Bergung, Sortierung und Lagerung von historischen Tonziegeln sehr aufwendig. Doch Liebhaber des alten Flairs suchen oft jahrelang nach genau der „richtigen“ Dachziegel. Namen wie "Mönch und Nonne", "Biberschwanz", "Hohlpfanne", "Handstrichziegel" oder "Feierabendziegel" lassen etwas von der Faszination „historische Dachziegel“ erahnen.
Unsere historischen Dachziegel sind alle sortiert und in Gitterboxen gelagert.

Zur Feierabendziegel
In den Zeiten der handgestrichenen, also handgefertigten Ziegel gab es seit der Römerzeit in den Ziegeleien die Besonderheit, dass Ziegler, die unter härtesten Bedingungen bis zu 14 Stunden täglich tausend Ziegel am Tag brennen mussten, in die letzten hergestellten Ziegel eines Arbeitstages, auf der Rückseite mit einem Kamm, mit dem Finger oder einem anderen spitzen Gegenstand Jahreszahlen, Zeichen, Ornamente oder sogar Texte hinein ritzten.
Daher bezeichnet man diese seltenen Dachziegel auch als Feierabendziegel, Glücksziegel oder Sonnenziegel.
Diese Ziegel sollten Böses abwehren, wie z.B. Blitzschlag, Krankheit oder sonstige böse Kräfte und stattdessen Gutes herbeiführen. Gleichzeitig dienten die Ziegel auch als Notizblock oder Abrechnungsbeleg. So liegen noch heute alte Kaufverträge auf unseren Dächern.

Mönch und Nonne als eine Hohlziegelart mit dem Ursprung in der Antike, findet man in ganz Deutschland und im Mittelmeerraum insbesondere auf Klöstern, Kirchen und anderen repräsentativen Gebäuden. Ihre ineinandergreifenden halbierten Hohlzylinder eignen sich für eine Dachneigung ab 40 Grad.

Biberschwanzziegel wurden erstmals um 1000 v. Chr. verbaut und bilden auf dem Dach eine plane Oberfläche.

Diese Ziegelart, welche sich sehr stark an den zuvor verwendeten Holzschindeln orientiert, und optisch an Fischschuppen erinnert, ist für Dächer ab 30 Grad Dachneigung geeignet und hauptsächlich in Süd- und Ostdeutschland sowie in südlichen und östlichen Nachbarstaaten anzufinden.